Pastor Charles Taze Russell

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WAR PASTOR RUSSELL MITGLIED DER FREIMAURER? TEILTE ER IHRE LEHREN?


Es wurde der Vorwurf hervorgebracht, dass Pastor Russell und die Bibelforscher mit den Freimaurern in Verbindung stünden und dass beide Gruppen zu verurteilen seien, weil sie in ihrem Wesen okkult seien. Der Verweis auf das Okkulte wird benutzt, um beides zu beschreiben, den geheimnisvollen so wie auch den dämonischen Aspekt ihrer jeweiligen Glaubensansichten.

Ein Kritiker, Fritz Springmeier, behauptet unverfroren, dass „C.T. Russell definitiv ein Freimaurer war“, und er listet fünfunddreißig Punkte auf, die angeblich beweisen, dass die Denkweise und das Vorstellungsvermögen des Pastors von ihnen geliehen waren. In den Punkten, die Steinmeier aufführt, behauptet er unter anderem, dass sowohl die Bibelforscher als auch die Freimaurer:

  • ihre Wahrheit auf die Große Pyramide stützen,

  • auf den Namen „Jehovah“ Nachdruck legen,

  • glauben, dass die Bibel verschlüsselt geschrieben ist,

  • fasziniert sind von Zahlen und deren besonderer Bedeutung,

  • sich stark auf gnostische Konzepte „geoffenbarter Geheimnisse“ stützen,

  • ähnliche Symbole, besonders das Logo “Kreuz und Krone“ benutzen,

  • sich in Freimaurertempeln treffen.

Derselbe Kritiker deutet auch maßlos an, dass Pastor Russell insgeheim „ein bedeutsamer Satanist“ war und dass verschiedene Elemente der Magie ein Teil seines religiösen Glaubens waren, einschließlich des Symbols „der geflügelten Sonne“ aus dem Alten Ägypten.

Diese Vorwürfe beruhen entweder auf einer falschen Schlussfolgerung oder sind ganz falsch. Diese Methode ist ein Versuch, einige äußerliche Ähnlichkeiten hervorzuheben ohne eine vollständige Analyse anzubieten. Das ist keine geeignete Form der Argumentation und kann die Schuld nur auf der Grundlage schwacher Indizien zuweisen. Lasst uns daher auf aktuelle Fakten stützen und mit einer kurzen Beschreibung der Freimaurer beginnen.

Der Freimaurer-Orden ist eine internationale Organisation mit einer langen Geschichte, die mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Er stand ursprünglich mit der Baukunst in Verbindung und hat bestimmte geheimnisvolle und religiöse Elemente adaptiert. Heute wird er im Allgemeinen als eine brüderliche und philanthropische Organisation gesehen, die öffentliche Bildung und verschiedene gesellschaftliche und wohltätige Projekte unterstützt.

Der Orden ist keine Religion, sondern er hat sich religiöse Untertöne in seine Riten und Zeremonien einverleibt. Es gibt eine lange Geschichte der gegenseitigen Anfeindung zwischen dem Freimaurer-Orden und der Römisch-katholischen Kirche, mit wiederholten offiziellen Äußerungen seitens des Vatikans gegen Freimaurer. Die Beziehungen haben sich in den letzten Jahren etwas verbessert und es gibt so manche Zusammenarbeit bei gemeinsamen Unterfangen. Jedoch haben die Katholische Kirche und einige protestantische Denominationen die Zugehörigkeit zu den Freimaurern verboten oder zu verhindern gesucht.

Die Geheimhaltung der Zeremonien der Freimaurer geben in verschiedenen Ländern Anlass zu Angst und Misstrauen. Im Laufe der Jahre wurden Anschuldigungen verbreitet, dass die Freimaurer Magie ausüben, sich mit dem Bösen beschäftigen und den Teufel verehren. Obwohl diese Vorwürfe völlig unbegründet sind, geistert die vermeintliche Verbindung immer noch in den Köpfen mancher Menschen herum. Somit ist klar, warum Kritiker von Pastor Russell sich darum bemühen, ihn fälschlicherweise mit den Freimaurern in Verbindung zu bringen. Das würde ihnen die Möglichkeit eröffnen, zu behaupten, dass die Bibelforscher heimlich in die Anbetung Satans und okkulte Handlungen involviert sind. Dennoch, wir müssen in dieser Situation der Ehrlichkeit und Vernunft Platz machen, wenn wir die verschiedenen Aspekte dieser Angelegenheit untersuchen.

Lasst uns daher drei Dinge tun:

  1. die eigenen Stellungnahmen von Pastor Russell hinsichtlich einer möglichen Verbindung zu den Freimaurern prüfen,

  2. einige der den Freimaurern zugrunde liegenden religiösen Konzepte und Philosophien mit den Glaubensmeinungen der Bibelforscher vergleichen,

  3. einen Blick auf einige „mystische Symbole“ werfen, die angeblich von den Bibelforschern übernommen worden sind.

Diese Beweise in der Hand eines Lesers werden ihm ermöglichen, die fehlende Logik und die Falschheit der Vorwürfe, die gemacht worden sind, zu bewerten.


1. KOMMENTARE VON PASTOR RUSSELL


Wir wenden uns nun zuerst den Worten des Pastors zu. In der Schriftstudien-Reihe schrieb er:

    „Ist es richtig, wenn die Neue Schöpfung Mitglied in verschiedenen Vereinigungen (Orden) ist? Wir antworten, obwohl kirchliche Vereinigungen im Allgemeinen rein religiöser und Geschäfts- und Wohlfahrtsorganisationen ganz weltlicher Natur sind, gibt es jedoch noch andere Organisationen, die die religiösen und weltlichen Merkmale kombinieren. So wie wir die Sache verstehen, führen zum Beispiel die Freimaurer, der Odd-Fellow-Orden, der Orden der Ritter Pythias usw. bestimmte Rituale und Zeremonien religiöser Art durch … Wir warnen die Neue Schöpfung, keine Verbindungen mit diesen halbreligiösen Gesellschaften, Klubs, Orden und Kirchen einzugehen; sondern aus ihnen auszutreten und unabhängig von ihnen zu sein und keine unreinen Dinge zu berühren (2. Kor. 6:17) …“.

Noch früher hat er sogar seine ganze Ablehnung gegenüber solchen geheimen, halbreligiösen Gesellschaften zum Ausdruck gebracht:

    „Soweit wir es beurteilen können, gibt es in Verbindung mit den Ritualen dieser Orden (den Freimaurern) und einigen anderen ein bestimmtes Maß an (vorgetäuschter) Verehrung und Maskerade, die von den Mitgliedern nicht verstanden werden, die aber in vielen Fällen dazu dienen, das natürliche Verlangen nach Verehrung zu befriedigen und dadurch das Verlangen Gott im Geist und in der Wahrheit – durch Christus, den einzigen berufenen Mittler und Großmeister - zu verehren, verhindern.

    Im dem Verhältnis in dem solche Gesellschaften die freie Zeit mit törichten, sinnlosen Ritualen und Zeremonien verbringen und Worte und Symbole, die keine Bedeutung für sie haben … an Stelle von [wahrer] Verehrung setzen … in dem Maße sind diese Gesellschaften ein ernstes Übel … Wo auch immer heimliche Schwüre gefordert werden, ist es für das Volk Gottes sicherer, solche Verbindungen nicht anzurühren, auszuprobieren und darin aktiv zu werden … Das ist eine Warnung des Heiligen Jakobus gegen die Bindung durch Schwüre, die von vielen geheimen Gesellschaften verlangt werden (Jak. 5:12) …“


Schließlich finden wir die deutlichste Äußerung Pastor Russells, dass er selbst keine Verbindungen zu einer geheimen Gesellschaft hatte, in seiner Stellungnahme hinsichtlich eines Briefes, der ihm durch einen Leser seiner Zeitschrift zugeschickt wurde. Der Leser identifiziert sich selbst als ein „Mitarbeiter“ der Erntearbeit und als ehemaliger Freimaurer, der dem Orden über zwanzig Jahre zugehörte und den Rang eines Worshipful Masters inne hatte (Anm. des Übersetzers: ranghöchstes Mitglied einer Loge). Bei der Veröffentlichung dieses Briefes gab Pastor Russell folgende Einleitung:

    „Ein Bruder, der sehr tief in eine Geheimlehre verstrickt war und der weis, dass der Herausgeber solche Erfahrungen nicht gehabt hat, schreibt folgendes: [hier würde nun der ganze Brief folgen]“.

Hier ist also eine unmissverständliche Aussage des Pastors, dass er niemals ein Mitglied irgendeiner geheimen Gesellschaft wie den Freimaurern war, was das Hauptthema des Briefes war. Dieses Zitat würde man normalerweise für ausreichend halten, um diese Sache zu klären, gäbe es nicht eine Bemerkung, die der Pastor in einem Vortrag im Jahre 1913 machte. Wenn man diese aus dem Kontext heraus nimmt ohne dabei seine Erklärung zu lesen, scheint sie allem, was wir bisher gesagt haben, zu widersprechen. Seine Worte lauteten: „Ich bin ein Freimaurer … Ich werde kein Wort gegen die Freimaurer sagen.“

Wenn man jedoch seine darauffolgende ausführliche Darstellung liest, stellt sich heraus, dass er einen Vortrag „Der Tempel Gottes“ hielt, und zwar in einer von den Freimaurern gemieteten Versammlungshalle. Der Pastor benutzte nur eine figurative Redewendung, um einige begrenzte Ähnlichkeiten mit dieser Gruppe auszudrücken. Er hatte den Vortrag mit der Aussage begonnen, dass die Bibelforscher eine christliche Gruppierung sind und als solche in bestimmten Glaubenspunkten mit jeder Denomination in Übereinstimmung und Harmonie stehen würden.

Der Pastor fuhr dann fort, die Vorbereitung des Geistigen Tempels ausführlich zu beschreiben, woran die Freimaurer anscheinend interessiert waren. Dieser Tempel besteht aus den wahren Nachfolgern Christi, die während des Evangelium-Zeitalters aus der Welt gesammelt und bestehend aus „lebendigen Steinen“, gemeißelt und poliert werden für ihre jeweiligen Plätze in Gottes symbolischem Tempel. Während seines Vortrages bemühte er sich, die Freimaurer unter den Zuhörern anzusprechen, indem er Begriffe und Ausdrücke benutzte, die ihnen vertraut waren. An einer Stelle sagt er:

    „Wir, Mitglieder des Freien und Anerkannten Freimaurerordens unter der Führerschaft des Herrn Jesus Christus haben den höchsten Standard; unser Kreuz ist nicht das auf dem Kopf des Schwertes, sondern das Kreuz Christi.“

Hier folgt nun seine Erklärung, wie die wahren Gläubigen als „Freimaurer“ betrachtet werden können:

    „Wir sind frei, meine lieben Brüder … frei von [Sünde], frei von der Herrschaft der Sünde, frei von … dem Zustand der Sünde und des Todes, in dem wir uns einst befanden … die Fußfesseln sind abgefallen. Wenn dich der Sohn frei gemacht hat, dann bist du wirklich frei. Wenn er seinen Leib als lebendiges Opfer hingibt und von Gott angenommen wird und ganz in diese freimaurerische Brüderschaft eingeweiht ist, in die Freimaurerei der höchsten Ordnung, dieser Königlichen Priesterschaft, so wird er in seiner Stellung glücklich werden, denn der Geist der Herrlichkeit und der des Gottes ruht auf ihm.“

Durch diese Kommentare und andere Aussagen, die der Pastor tätigte, um das biblische Bild des geistigen Tempels im Entwicklungsprozess zu skizzieren (1. Kor. 3:9-11), wird ganz klar, dass sein Vortrag so angelegt war, die Freimaurer besonders anzusprechen, deren eigentliche Existenz als Gruppe mit der Baukunst verwandt war. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, sollten seine Bemerkungen nicht so interpretiert werden, als würde er oder die Bibelforscher mit dieser Gruppe in Verbindung stehen. Im Gegenteil, es ist klar, dass er an ihre geistigen Sinne appellierte und zeigte, dass es eine viel höhere Berufung gab, auf die zu antworten auch sie das Privileg hatten.


2. VERGLEICH DER GLAUBENSSÄTZE


Wir wollen nun fortfahren und einen genaueren Blick auf die religiösen Untertöne der Freimaurer werfen. Ihr Ziel ist es, ein universelles Glaubensgebäude zu errichten, in dem hohe Ideale der Nächstenliebe, Gleichheit und Moral beheimatet sind. Jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen den religiösen Elementen der Freimaurer und den Glaubensbekenntnissen der konservativen Christenheit. Eine hilfreiche Darstellung findet sich in The Encyclopedia of Christianity und diese kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

  1. Die Freimaurerei hebt die Rolle von Jesus Christus nicht hervor. Die einzigen Voraussetzungen die Erleuchtung zu erlangen, um „in die Große Loge in der Höhe“ einzutreten, kann nur durch die Lehren der Freimaurer und ausgeführte gute Werke erreicht werden, ohne die Notwendigkeit sich zu Christus als Herrn und Erlöser zu bekennen.

  2. Die Freimaurerei sieht Gott als einen Gott des „gemeinsamen Nenners“, der nicht durch die jüdisch-christliche Definition eines einzigen Höchsten Wesens, das über allem steht, eingeschränkt ist. Ihr „ewiger, wahrer Gott“ umfasst eher Elemente des Glaubens der alten Assyrer, Ägypter, Inder und anderer nicht-biblischer Quellen.

  3. Die Freimaurerei räumt der Bibel nicht den wichtigsten Platz in ihrem Glaubensgebilde ein, auch wenn das Buch bei ihren Versammlungen sichtbar ausgelegt wird. [In Großbritannien und den Vereinigten Statten muss bei ihren Sitzungen ein geöffnetes Exemplar des Bandes Sacred Law (Anm. d. Übersetzers: eine Abschrift eines Heiligen Gesetzes) (das kann die Bibel, der Koran, der Veda oder ein andres religiöses Buch sein)]. Selbst wenn die Bibel benutzt wird, gilt sie nur als eines der „heiligen“ Bücher der Weltreligionen und lediglich als ein Teil von „Gottes [ganzer] Offenbarung“.

  4. Einen Kandidaten, der in den Bund der Freimaurer aufgenommen werden soll, bezeichnet man als jemanden, der sich „im Zustand der Finsternis“ befindet und der durch die Offenbarung des Wissens, welches er nur hier erlangen kann, erleuchtet sein wird.

In allen diesen Punkten unterscheiden sich die Bibelforscher, wie auch andere konservative Christen, von den Freimaurern. In der gleichen Reihenfolge wie oben aufgeführt lehren die Bibelforscher:

  1. Dass das Lösegeldopfer Jesu der Mittelpunkt im Plane Gottes zur Erlösung der Menschheit ist, denn die Bibel sagt deutlich aus, dass „auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den Menschen [außer Jesus] gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen“ (Apg. 4:12).


  2. Dass ein Gott des „gemeinsamen Nenners“, dem Elemente aus verschiedenen heidnischen Religionen einverleibt sind, ein Konzept ist, das nicht den Lehren der Bibel entspricht; der wahre, ewige Gott hat sich durch sein geschriebenes Wort, die Bibel, offenbart und nicht durch ein Gemisch anderer Philosophien oder Glaubensansichten (Jes. 8:20).


  3. Dass die Bibel von allen anderen Büchern unterschieden werden muss; sie allein ist das heilige, inspirierte Wort Gottes und spielt eine einzigartige Rolle als Quelle aller religiösen Wahrheit (2. Tim. 3:15, 16).


  4. Dass die geistige Erleuchtung durch eine persönliche Beziehung zu Gott, durch das Wirken des heiligen Geistes und das Studium der Bibel erreicht werden kann. Sie ist von keiner menschlichen Organisation abhängig und kann auch nicht durch geheime Zeremonien und bindende Schwüre erreicht werden. Allein durch den Glauben an Christus und die völlige Weihung für den himmlischen Vater kann man in die Familie Gottes aufgenommen werden. Das Verständnis der tiefen Dinge, die vorher verborgen waren, eröffnet sich allen, die dann auf seinem Weg wandeln (1. Kor. 2:9, 10; Kol. 1:26, 27)

Obwohl der obige Vergleich den deutlichen Unterschied zwischen den Bibelforschern und den Freimaurern zeigt, gibt es noch einen anderen Punkt, der erwähnt werden muss. In den Bemühungen, eine Bruderschaft unter den Menschen verschiedener Glaubensrichtungen zu gründen, verlangen die Freimaurer von allen ihren künftigen Kandidaten besonders die Anerkennung zweier religiöser Dogmen:

  1. den Glauben an ein allerhöchstes Wesen

  2. den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele.

Dieser zweite punkt unterscheidet die Bibelforscher des weitern von den Freimaurern, denn sie glauben, dass die Hoffnung eines zukünftigen Lebens in der Auferstehung der Toten begründet liegt und nicht im Besitzen einer unsterblichen Seele.

Im Lichte dieser Analyse kann gesehen werden, wie weit herbeigeholt der Vorwurf ist, dass die Bibelforscher in ihren religiösen Glaubensüberzeugungen oder Praktiken mit den Freimaurern verwandt sind. Die Kluft zwischen diesen beiden Gruppen ist zu groß und darf daher nicht zu so einer Einschätzung führen.


3. DER GEBRAUCH MYSTISCHER SYMBOLE


Wenn die oben erfolgte Schlussfolgerung richtig ist, wie erklären wir dann die offensichtliche Adaptation bestimmter „mystischer Zeichen“ durch die Bibelforscher, einschließlich des Kreuzes und der Krone? In dieser Hinsicht wirft Folgendes Randall Watters vor:

  • „Es ist bekannt, dass Russel geheime Gesellschaften, besonders die Freimaurer, bewunderte. Es ist bestimmt kein Zufall, dass eines seiner Lieblingssymbole, das Kreuz und die Krone, kein anderes als das Logo des Tempelritterordens der Freimaurer war…“
     

  • „Russel benutze [auch] gerne die `geflügelte Sonne` des Sonnengottes Ra, was seine Faszination für die ägyptische Religion und Mysterien offenbart. Er platzierte dieses Emblem auf den Einbänden seiner Schriftstudien.“

Wiederum haben wir hier eine Mischung von ganz falschen und mit Vorurteilen beladenen Behauptungen. Wir haben bereits gesehen, dass Pastor Russell kein Verehrer von geheimen Gesellschaften war und er hat sehr dazu geraten, ihnen nicht beizutreten. Was das Symbol des Kreuzes und der Krone betrifft, so war dieses weder für die Bibelforscher noch für die Freimaurer sehr charakteristisch. Wenn Pastor Russel dieses Symbol so gerne hätte, so befand er sich in bester Gesellschaft mit anderen: Sowohl die Katholische als auch die Protestantische Kirche haben das Kreuz und die Krone weltweit adaptiert und seit Jahrhunderten als christliches Emblem benutzt, um damit die letztendliche Belohnung der treuen Gläubigen zu symbolisieren.

Die Bibelforscher haben das Symbol des Kreuzes und der Krone zum ersten Mal auf dem Einband des Magazins Watch Tower im Januar 1891 angewendet und dann erschien es wiederholt bis 1931. Anfangs gab es keinen Kranz, der das Kreuz und die Krone umschloss, sondern nur ein einfaches geometrisches Muster. Später, beginnend mit dem 1. Januar 1895, wurde ein grünes Gebinde hinzugefügt, welches dem Kranz das charakteristische Aussehen verlieh, das er heute noch hat, und der oft auf Programmheftchen und Briefköpfen der Bibelforscher verwendet wird. Da dieses Symbol niemals allein den Freimaurern gehörte, trägt dessen Adaptation durch die Bibelforscher auch nicht dazu bei, aus diesem Grund eine Verbindung zu dieser Gruppe (oder zu irgendeiner anderen Gruppe) herzustellen.

Die Bedeutung, die die Bibelforscher dem Kreuz und der Krone beimessen leiten sie aus der Heiligen Schrift ab, wo beiden Symbolen ein wichtiger Platz eingeräumt wird. Ferner war das Kreuz nicht nur das Werkzeug des Todes Christi, sondern es ist auch eine Metapher der Prüfungen und Verfolgungen der Gläubigen (Matth. 16:24). Die Krone wird oft als Symbol der Herrlichkeit, der Ehre und Unsterblichkeit benutzt, die Christus und seiner Kirche für ihren treuen Dienst für Gott garantiert wurden (Offb. 3:21; 2:10). Die Bibel stellt auch klar heraus, dass das Erlangen der Krone vom treuen Tragen des Kreuzes selbst bis zum Tod hin abhängig ist (Jak. 1:12). Das Gedicht „No Cross, No Crown“ (Anm. d. Übersetzers: „Kein Kreuz, Keine Krone“), das in der Ausgabe des Watch Tower vom 1. Juli 1911 erschien, unterstreicht diesen Aspekt. Auch das ist keine spezifische Vorstellung der Bibelforscher allein, sondern man kann sie in den Kirchenliedern, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen, finden. Schließlich wird auch der Kranz, in dem das Kreuz und die Krone eingeschlossen sind, als Zeichen des Sieges benutzt. Man benutzte ihn, um den Sieger bei den Olympischen Spielen in Griechenland zu krönen – eine direkte Anspielung darauf sehen wir in 1 Kor. 9:25.

Eine ähnliche biblische Grundlage kann für das Symbol der „geflügelten Sonne“ gefunden werden, die, obwohl sie aus der Antike stammt, am Anfang des 20. Jahrhunderts populär war und selbst von einer Automobilfirma adaptiert wurde. Für die Bibelforscher war das ein passendes Symbol, um die kommenden Ereignisse, die am Beginn des Millenniumstages eintreten sollten, darzustellen: Es „… wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln“ (Mal. 4:2), was sich auf die Rolle des Messias als neuen Herrscher der Erde im Königreich bezieht, der allen Familien auf der Erde Segen bringen wird. Seit 1911 wurde eine Zeit lang die „geflügelte Sonne“ als Symbol auf den Einbänden der Schriftstudien benutzt, was aber mit Sicherheit in keinster Weise mit dem primitiven ägyptischen Sonnengott Ra. in Verbindung stand. Pastor Russell hat immer alle Formen des Okkultismus nachdrücklich abgelehnt und er hat niemals wissentlich irgendwelche mystischen Symbole in seinen Dienst und Lehren gebraucht.


SCHLUSSGEDANKEN


Wir haben einige der äußerlichen Ähnlichkeiten zwischen den Bibelforschern und den Freimaurern besprochen und können ganz klar feststellen, dass es keine Grundlagen dafür gibt, sie miteinander in Verbindung zu bringen. Selbst die Tatsache, dass sie manchmal in einer Einrichtung der Freimauerer Zusammenkünfte haben, ist irrelevant, da sie sich auch in Kirchen, Gebäuden der YMCA (Anm. d. Übersetzers: CVJM), in Schulen, in öffentlichen Veranstaltungshallen, Konferenzzentren und Privathäuser, die entsprechend ausgestattet sind, treffen. Das Fazit lautet daher, es gibt keine Grundlage dafür, Pastor Russell und seinen Anhängern okkulte Glaubensansichten oder Praktiken (oder die dem Anschein nach mit den Freimaurern zu tun haben) zuzuschreiben.

        Quelle: Pastor C.T. Russell Messenger of Millennial Hope
- Charles F. Redeker - S. 219 – 227. 

 

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